Xavier De Maistre

Niemand hätte sich damals so recht vorstellen können, was einen in musikalischer Hinsicht erwartet – ebenso wenig Xavier de Maistre selbst, als er sich vor 16 Jahren entschloss mit der Harfe neue Wege zu gehen. Heute spielt er Stücke wie „Moldau“ von Smetana in einer atemberaubenden Präzision und weitere Werke, die normalerweise durch ein ganzes Orchester dargeboten werden.

Mittlerweile verschaffen sich seine Künste ein weltweites Gehör, erfreut er doch stets das Publikum mit nie dagewesenen Klängen. Stücke wie die Haydn Klavierkonzerte, die kein Harfenist vor ihm jemals gespielt, geschweige denn, daran gedacht hätte diese zu spielen. Nicht allein das macht ihn zu einem der außergewöhnlichsten Musiker, gar Meister dieser Zeit.

Xavier de Maistre begann mit 9 Jahren das Harfenspiel zu erlernen. Wie bei vielen Musikern begann alles mit der Liebe – in diesem Falle aber nicht zum Instrument, wie es sich sonst erwarten ließe. Es war eher die Liebe zu seiner damaligen Lehrerin, die einen freiwilligen Harfenunterricht anbot. Schnell stellte sich dann heraus, dass Xavier ein großes Talent besitzt, so groß, dass er bereits mit 25 Jahren seine Karriere bei den Wiener Philharmoniker begann. Davor spielte er bereits 3 Jahre beim Sinfonieorchester des bayerischen Rundfunks und gewann 1998 den ersten Preis bei der „USA International Harp Competition“, dem wichtigsten Harfenwettbewerb der Welt. Doch da Xavier nicht etwa aus einer traditionsreichen Harfenistenfamilie stammt und die Eltern großen Wert auf eine fundierte Ausbildung legten, studiert Xavier an dem Institut des Sciences Politiques de Paris und verbringt 1 Jahr in London an der „London School of Economics“, als dann schließlich seine Entscheidung steht, die Harfe dem Studium der Politologie vorzuziehen. Früh erreicht er, wovon alle Harfenisten träumen – einen festen Platz in einem der besten Orchester der Welt, den Wiener Philharmoniker.

Aber Xavier de Maistre wollte schon immer weiter gehen. Diesen Punkt als Höhepunkt der Karriere zu sehen, wäre für viele eine große Ehre, für Xavier war es aber auch ein trauriger Moment. Vor allem bereits erreicht zu haben, was das höchste Ziel eines Harfenisten sein könnte. Durch seine unzähligen Auftritte und seinen unermüdlichen Ehrgeiz hat er stets eines im Kopf – das lang existierende Vorurteil der Harfe zu entkräften, oft im Hintergrund von goldgelockten schönen Frauen gespielt zu werden. Durch die Kombination seiner schnellen Antizipation, Intelligenz und Geschicklichkeit hat er bisweilen unzählige Stücke als Solist auf der Harfe gespielt und abertausende Zuhörer begeistert. Schließlich gelingt dem Franzosen ein weiterer Traum - die Harfe als eigenständiges Instrument zu etablieren. Im Laufe seiner Karriere werden immer mehr große Meister wie Riccardo Muti, Sir Simon Rattle, Sir Andre Previn, und Daniele Gatti auf ihn und seine Passion aufmerksam. Eine lange Reihe von Konzerten schließt sich an, die das Publikum immer wieder aufs Neue überzeugen – Xavier de Maistre ist zweifelsohne ein Virtuose seines Instrumentes. Nicht umsonst reihen sich neben den berühmten Dirigenten auch die erfolgreichsten Sängerinnen wie Barbara Bonney, Kathleen Battle und Diana Damrau in der Liste der Stars, mit denen er spielte. Ebenso lang natürlich die Liste der weltbekannten Konzertsäle die ihn bereits zu Gast hatten: Theatre des Champs Elysees Paris, Concertgebouw Amsterdam, Musikverein Wien, Tokyo Opera City, Lincoln Center New York, Salzburg Festspielhaus, La Scala Milano und viele andere.

Kein Wunder also, dass sein Enthusiasmus und seine Gabe sich in den Stücken stetig wiederfinden und kein Ende in Sicht scheint. Ausgezeichnet mit dem Echo-Klassikpreis 2009 für sein Album „Nuit d´Etoiles“ als „Instrumentalist des Jahres“ erntet er nun in Zusammenarbeit mit Sony Music die Früchte seiner Arbeit.

Seit mehr als 9 Jahren arbeitet Xavier de Maistre als Professor an der Musikhochschule in Hamburg und lehrt mittlerweile auch an der Julliard School New York, in Tokyo an der Toho University und in London am Trinity College. Nach 11 Jahren bei den Wiener Philharmoniker verlässt Xavier nun seine feste Stellung, um sich seiner internationalen Solo-Karriere zu widmen.

Vertretung: Asien