Tonkünstler Orchester

Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich zählt zu den wichtigsten Institutionen der österreichischen Musikkultur. Der Klangkörper kommt aus einer reichen Tradition und blickt heute in eine vielfältige Zukunft. Das klassische Repertoire ist ein wichtiger Kernbereich der künstlerischen Arbeit. Gleichzeitig setzen die Tonkünstler wertvolle Akzente, um sich selbst und der Orchesterkultur im Allgemeinen weiterhin Resonanz zu sichern.

Traditionsbewusst …

… pflegen die Tonkünstler das bewährte Konzertrepertoire der Wiener Klassik über die Hoch- und Spätromantik bis zur gemäßigten Moderne. Das Orchester knüpft damit an sein jahrzehntelanges erfolgreiches Wirken im Wiener und niederösterreichischen Konzertleben sowie auf internationalen Tourneen an. Dabei arbeiteten die Tonkünstler mit bedeutenden Dirigenten wie Clemens Krauss, Paul Hindemith, Arvid und Mariss Jansons, Zubin Mehta und Christoph von Dohnányi sowie prominenten Solisten wie Christa Ludwig, Renée Fleming, Arthur Grumiaux, Wolfgang Schneiderhan, Mstislaw Rostropowitsch, Alfred Brendel und Bryn Terfel zusammen.

Den Chefdirigenten Kurt Wöss, Gustav Koslik, Heinz Wallberg, Walter Weller, Miltiades Caridis, Isaac Karabtchevsky, Fabio Luisi und Carlos Kalmar folgte 2004 Kristjan Järvi. Mit Beginn der Saison 2009-10 übernimmt Andrés Orozco-Estrada die Funktion des Chefdirigenten.

Die Tonkünstler musizieren regelmäßig mit Gastdirigenten wie Jeffrey Tate, Bruno Weil und Andrew Litton sowie dem Ersten Gastdirigenten Michail Jurowski. Unter den Solisten, mit denen die Tonkünstler in jüngerer Vergangenheit auftraten, sind KS Angelika Kirchschlager, Michael Schade, Katia und Marielle Labèque und Sarah Chang. Erfolgreiche Tourneen führten das Orchester in den vergangenen Saisonen nach Deutschland, Spanien, Großbritannien, Slowenien, in die baltischen Länder und nach Japan.

Zukunftsorientiert …

… sind an den Tonkünstlern alternative Programmwege und Initiativen, neue Publikumsschichten einzubeziehen. Das Repertoire wird ständig erweitert, jedes Programm ist von einem inhaltlichen Leitgedanken geprägt. Die Einbeziehung von Genres wie Jazz und Weltmusik sichern den Tonkünstlern einen fixen Platz am Puls der Zeit. Dabei verwirklichen sie kreative Konzepte in Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Solisten und Ensembles.

Durch die Programmierung von attraktiven Werken der Gegenwart – darunter Auftragskompositionen von Krzysztof Penderecki, Kurt Schwertsik, Arvo Pärt, Tan Dun, Heinz Holliger und Christian Muthspiel – wird die Schwellenangst vor Neuer Musik überwunden. Als erstes österreichisches Orchester haben die Tonkünstler bereits 2003 eine Abteilung für Musikvermittlung eingerichtet. In Workshops bereiten Orchestermitglieder Schulklassen auf Konzerte und Musiktheateraufführungen vor und fördern dadurch die musikalische Sensibilität der jungen Generation von Musikliebhabern.

Die Residenzen …

 … des Orchesters liegen in Wien im Musikverein und in Niederösterreich im Festspielhaus St. Pölten. Im Sommer sind die Tonkünstler Orchestra in Residence am neuen Festival-Standort Schloss Grafenegg, wo es seit kurzem mit der Open Air-Bühne Wolkenturm und dem Auditorium auch neue Spielstätten gibt.

Aufnahmen …

… auf CD spiegeln die traditionsbewusste wie zukunftsorientierte Seite des Orchesters wider. Einspielungen mit Werken von Schubert, Pleyel, Bruckner, Mahler, Richard Strauss und Johann Strauß liegen vor. Es erschienen aber auch Neuaufnahmen mit Werken von HK Gruber («Zeitstimmung»/«Rough Music») und Franz Schmidt («Das Buch mit sieben Siegeln»). Anfang 2009 erscheint Leonard Bernsteins «Mass». In Vorbereitung sind Werke von Beethoven (Symphonie Nr. 9 in der Fassung von Gustav Mahler), Steve Reich («Desert Music») und Haydn (Pariser Symphonien).

Mehr als hundert Jahre …

... währt die Tradition des Orchesters bereits an. Am 10. Oktober 1907 fand das erste Tonkünstler-Konzert im Wiener Musikverein statt. In Folge entwickelte sich eine eigenständige Tonkünstler-Tradition. Besonders beliebt waren die Sonntagnachmittags-Konzerte; in ihren Abonnementkonzerten wurden die Tonkünstler von Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Otto Klemperer und Hans Knappertsbusch geleitet. Nach dem zweiten Weltkrieg belebte das neu formierte Landessymphonieorchester Niederösterreich den Namen «Tonkünstler» wieder. Nach der Umbenennung zum niederösterreichischen Tonkünstler-Orchester im Jahr 1946 nahm man die knapp vier Jahrzehnte währende Tradition wieder auf und setzte die beliebten Sonntagnachmittags-Konzerte wieder auf das Programm. Heute, über ein Jahrhundert nach der Gründung der Wiener Tonkünstler und 60 Jahre nach der Konstituierung des niederösterreichischen Orchesters agieren die Tonkünstler als traditionsbewusster und gleichzeitig zukunftsorientierter Klangkörper.